Engadin

40 Jahre Herbst Golf Woche mit Chasper Lüthi

Vor 40 Jahren hatte Chasper Lüthi eine einfache Idee: Warum die Golfsaison beenden, wenn die Plätze gerade besonders schön sind? Aus dem Versuch, mehr Gäste für den Engadiner Herbst zu begeistern, wurde eine Erfolgsgeschichte. Bei der 40. Austragung ist der Initiator wieder dabei – wie jedes einzelne Jahr zuvor.

chasper abschlag

Als Chasper Lüthi 1986 die erste Herbst Golf Woche organisierte, ging es zunächst um ein ganz praktisches Problem. «Ende August war die Saison damals fertig. Der Platz war im besten Zustand – aber es hatte keine Leute.» Lüthi, damals Direktor des Engadine Golf Club, wollte die Saison verlängern und die Gäste für eine Zeit begeistern, die für ihn bis heute die schönste zum Golfspielen ist.

Bei der Premiere waren rund 48 Golferinnen und Golfer dabei – Einheimische und einige Gäste, «die ich im Clubhaus regelrecht zum Mitspielen ‘überschnorret’ habe», erzählt Lüthi lachend.

Ob die Idee tatsächlich funktionieren würde, wusste damals niemand. «Der Plan war schon, dass wir das wiederholen. Aber natürlich wussten wir nicht, ob es gelingt.» Die Antwort folgte schnell: Bereits ab der dritten Austragung gab es Wartelisten.

herbst

Mehr als fünf Tage Golf

Von Anfang an sollte die Woche mehr sein als ein Golfturnier. Neben Proberunde und fünf Spieltagen gehörten gemeinsame Abende und besondere Ausflüge zum Programm. «Die Idee war, den Leuten auch einmal etwas anderes zu zeigen und ihnen die Region vorzustellen.»

Und dafür liess man sich einiges einfallen. Eine Preisverleihung fand etwa während einer Fahrt mit der Rhätischen Bahn statt: Drei Salonwagen wurden reserviert, das Essen aus Zernez im Zug serviert. Andere Ausflüge führten auf den Corvatsch oder Muottas Muragl, ins RhB-Depot oder anlässlich der Eröffnung des Vereinatunnels bis nach Davos.

Auch sportlich funktionierte die Herbst Golf Woche etwas anders. In vier Handicap-Kategorien wurden vor allem Bruttopreise vergeben, ergänzt um jeweils einen Nettopreis. «Es bringt nichts, den alten Zeiten nachzutrauern. Es hat sich alles verändert.» Heute würden viele erst später mit Golf beginnen - und auch sie sollten die Chancen haben, einmal zu gewinnen.

In 40 Jahren Engadiner Herbst darf natürlich auch der Schnee nicht fehlen. Abgesagt wurde die Herbst Golf Woche zwar nie, einmal konnten aufgrund des Wintereinbruchs aber nur neun Löcher gespielt werden. Auf den verschneiten Greens wurden aus Golfbällen kurzerhand Schneebälle.

Überhaupt hat sich in vier Jahrzehnten vieles verändert. «Geblieben sind eigentlich nur der Name und dass über mehrere Runden gespielt wird», meint Lüthi. Würde er heute noch einmal ein Turnier ins Leben rufen, würde er es trotzdem ähnlich versuchen. Schwieriger wäre wohl vor allem eines: genügend Sponsoren zu finden.

Lüthi selbst hat keine einzige Austragung verpasst. «Ich glaube, ich bin der Einzige, der seither durchhält», sagt er. Und auch nach 40 Jahren ist die Herbst Golf Woche für ihn «mein Lieblingsturnier».

Der Grund dafür liegt nicht nur in der langen gemeinsamen Geschichte. «Der Herbst ist die schönste Saison zum Golfspielen im Engadin. Die Farben, das Licht, der Platz im besten Zustand.» Den Engadiner Winter möge er zwar ebenfalls sehr gerne, fügt Lüthi an – «aber leider ohne Golf».

Seit 20 Jahren ist er nicht mehr Direktor des Clubs. Anfangs habe ihm die Aufgabe durchaus gefehlt. Heute sieht er das entspannter: «Ich achte nicht mehr auf jedes Detail wie früher.» Stattdessen geniesst er das Golfspiel umso mehr.

Und selbstverständlich steht Chasper Lüthi auch bei der 40. Herbst Golf Woche wieder am Abschlag.

40 Jahre Herbst Golf Woche mit Chasper Lüthi