Bald ist WM. Welcher WM-Moment mit der Schweizer Nati ist dir besonders geblieben?
Die WM 2006 in Deutschland wird immer etwas Besonderes bleiben. Dass wir damals ohne Gegentor ausgeschieden sind, war zwar tragisch, zeigt aber auch, wie stark unser Team war. Besonders die Qualifikation und die intensive Barrage gegen die Türkei haben uns als Mannschaft enorm zusammengeschweisst.
Wie und wo wirst Du die WM 2026 mitverfolgen?
Ich arbeite heute bei der FIFA und stelle dort unter anderem die sogenannte Technical Study Group zusammen – ein Team aus aktuellen und ehemaligen Trainern, Spielern sowie Welt- und Europameistern. Gemeinsam analysieren wir jedes Spiel und beobachten taktische Entwicklungen sowie individuelle Leistungen. Für mich ist das eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe, auf die ich mich enorm freue.
Schaust du auch Golfturniere im Fernsehen?
Ja, ab und zu schon, insbesondere die grossen Turniere. Golf hat einfach etwas Faszinierendes: diese Mischung aus Ruhe, Präzision und mentaler Stärke.
Warum entdecken so viele ehemalige Fussballprofis später Golf für sich?
Golf spricht einen ähnlichen Ehrgeiz an. Man misst sich ständig mit sich selbst und möchte sich verbessern. Trotzdem haben beide auch einen sehr sozialen Aspekt. Ich persönlich geniesse nach Jahren voller Zweikämpfen und Kabinenlärm aber mal die Ruhe auf dem Platz.
Was begeistert dich am Golf?
Dass man es nie wirklich perfekt beherrscht. Egal wie gut man spielt – es gibt immer wieder Schläge, die einen demütig machen. Und dann gibt es plötzlich diese magischen Runden – oder in meinem Fall vielleicht eher einzelne Löcher (lacht) - bei denen alles aufgeht. Genau diese Mischung aus Frust und Glücksgefühl macht süchtig.
Gibt es Parallelen zwischen Fussball und Golf?
Definitiv. Konzentration, mentale Stärke und der Umgang mit Druck sind in beiden Sportarten enorm wichtig. Als Goalie musste ich nach Fehlern sofort wieder bereit sein – das hilft auch auf dem Golfplatz.
Hilft dir deine Profisport-Mentalität heute beim Golf?
Ja, besonders Geduld und der Umgang mit Rückschlägen. Im Fussball wie im Golf bringt es nichts, sich lange über Fehler zu ärgern. Die nächste Aktion zählt. Leider ist die im Golf bei mir dann auch nicht wirklich besser…(lacht).
Was sind deine Golfambitionen?
Natürlich möchte ich mich verbessern, aber heute stehen der Spass und die Zeit mit guten Leuten klar im Vordergrund. Mein grösstes Handicap ist wohl, dass ich mir zu wenig Zeit nehme…
Was freut mehr: ein gehaltener Elfmeter oder ein Birdie?
Ein gehaltener Elfmeter bleibt wahrscheinlich unschlagbar – diese Emotionen im Stadion sind einzigartig. Aber ein Birdie fühlt sich auf seine Art auch richtig gut an.
Und was ärgert mehr: ein Drei-Putt oder ein dummes Goal?
Beide (lacht). Wobei ein dummes Gegentor vermutlich noch ein bisschen länger weh tut.
Du bist unserem Club seit vielen Jahren verbunden – was bedeutet dir das Engadin?
Das Engadin ist für mich einer der schönsten Orte der Schweiz. Durch viele Skiferien haben wir dort über die Jahre enge Freundschaften aufgebaut. Wann immer ich Zeit finde, komme ich sehr gerne hierher – es fühlt sich jedes Mal ein bisschen wie Heimkommen an.
Wie oft trifft man dich denn bei uns auf dem Golfplatz?
Leider nicht so oft, wie ich gerne würde. Aber wenn es der Kalender zulässt, versuche ich möglichst viele Runden zu spielen – und zwar bei fast jedem Wetter.
Worauf freust du dich sportlich in diesem Sommer besonders?
Natürlich auf die WM. Solche Turniere sind immer Highlights. Und persönlich freue ich mich auf schöne Tage im Engadin, gute Golfrunden und hoffentlich den einen oder anderen erfolgreichen Putt. (lacht)