Nicola und Gian Andri, seit wann spielt ihr Golf?
Gian Andri: Dieser Sommer ist meine dritte Saison.
Nicola: Ich habe erst im Sommer 2025 die Platzreife gemacht. Davor war ich vielleicht fünfmal in den USA auf einem Platz. So richtig angefangen habe ich also erst letztes Jahr.
Was beinhaltet eure Botschaftertätigkeit für den Engadine Golf Club?
Nicola: Wir repräsentieren den Club auf Social Media und im persönlichen Austausch. Wir spielen, posten Content und nehmen unsere Community mit in die Engadiner Golfwelt. Unser Ziel ist, dass junge Engadiner anfangen, im Golfclub zu spielen – und dass auch Gäste von ausserhalb ein paar Tage hier verbringen, um auf diesen einzigartigen Plätzen zu spielen.
Freestyle und Golf - eher Gegensatz oder doch mit Gemeinsamkeiten?
Gian Andri: Auf den ersten Blick sind es zwei sehr unterschiedliche Sportarten. Schon nur, weil Freeski im Winter und Golf im Sommer stattfindet. Aber ich finde, sie haben viel gemeinsam. In beiden hilft Kreativität. Wie im Freeski gibt es auch im Golf oft mehrere Wege, um ans Ziel zu kommen und ein gutes Resultat zu erzielen.
Nicola: Für mich sind die Parallelen vor allem im mentalen Bereich. Fokus, Körperkontrolle und Geduld sind extrem wichtig. Golf hilft uns sehr bei der Konzentration – und auch beim Abschalten vom Wettkampfstress.
Welche Message wollt ihr als Botschafter vermitteln?
Nicola: Golf ist für alle. Nicht nur für eine bestimmte Altersgruppe oder ein bestimmtes Image. Es kann entspannt, sportlich und richtig cool sein.
Gian Andri: Ich möchte zudem dazu ermuntern, nach draussen zu gehen und unsere wunderschönen Golfplätze zu geniessen. Es ist nicht selbstverständlich, dass man draussen in der Natur Sport treiben kann.
Mit welchem Klischee über Golf möchtet ihr aufräumen?
Gian Andri: Dass Golf ein Sport für alte Menschen ist. Das dachte ich früher ehrlich gesagt auch. Aber es stimmt überhaupt nicht. Es ist ein Sport für jede und jeden – egal in welchem Alter.
Nicola: Zudem denken viele, Golf sei langweilig. Doch wenn man es einmal richtig spielt, merkt man schnell, wie schwierig und spannend es ist.
Freestyle gilt als cool. Wie würdet ihr Golf beschreiben?
Gian Andri (lacht): Ich würde auch Golf als cool bezeichnen. Wir haben immer eine grossartige Zeit, und inzwischen spielen auch viele aus unserem Team. Ein guter Drive oder ein versenkter langer Putt fühlt sich genauso gut an wie ein sauber gestandener Triple. Cool ist für mich das Gefühl, das mir ein Sport gibt – und das geben mir beide.
Tradition und Etikette sind im Golf wichtig. Wie steht ihr dazu?
Gian Andri: Am Anfang war das etwas gewöhnungsbedürftig (lacht). Inzwischen finde ich es sogar cool, mich entsprechend zu kleiden. Es gehört zum Golffeeling dazu und macht den Sport einzigartig.
Nicola: Ich weiss, dass Golf eine lange Tradition hat und das respektiere ich absolut. Es stört mich daher überhaupt nicht.
Seid ihr oft auf den Plätzen im Engadin anzutreffen?
Nicola: Sobald ich die Platzreife hatte und Mitglied war, waren wir eigentlich bei jedem Wetter auf dem Platz – ausser bei Gewitter oder wenn wir im Ausland trainierten.
Gian Andri: Wir spielen etwas häufiger in Zuoz, weil ich dort wohne, aber auch in Samedan.
Im Freeski seid ihr regelmässig bei Wettkämpfen am Start – im März etwa beim Weltcup auf dem Corvatsch. Nehmt ihr eigentlich auch an Golfturnieren teil?
Nicola: Bisher noch nicht. Ich glaube, ich würde mich zu sehr über mich selbst ärgern, wenn ich am Ende 110 oder mehr Schläge notieren müsste (lacht). Deshalb möchte ich erst noch etwas an meinem Spiel arbeiten, bevor ich bei einem Turnier antrete.
Gian Andri: Ich habe zwar schon an ein paar Turnieren teilgenommen, aber so richtig zufrieden bin ich noch nicht mit meinem Niveau. Da ist definitiv noch Luft nach oben – ich muss weiter fleissig trainieren.