Engadin

„Ich habe Menschen gern“

Seit 2011 steht Dumeng Clavuot dem Engadine Golf Club als Präsident vor. In diesen 15 Jahren hat sich im Club einiges bewegt. Was waren für ihn die besonderen Momente – und worauf freut er sich am meisten, wenn in wenigen Wochen auch im Engadin die Golfsaison wieder beginnt? Ein kurzes Gespräch über Clubleben, Begegnungen und gelebte Traditionen.

Dumeng, Du bist seit 15 Jahren im Amt. Eine halbe Ewigkeit…

(lacht) Tatsächlich. Im Vorstand bin ich sogar schon seit 2008. Der Club spielt aber schon seit meiner Kindheit eine wichtige Rolle in meinem Leben. Früher war ich als Caddie im Einsatz – mit dem Golfen selbst habe ich allerdings erst 2006 begonnen.

Was ist Dir als Präsident besonders wichtig?

Der Club liegt mir sehr am Herzen. In meiner Funktion möchte ich vor allem das Clubleben fördern – gerade weil der Club eigentlich sehr gross ist. Umso wichtiger ist es, dass man Gelegenheiten schafft, bei denen die Mitglieder zusammenkommen. Mir ist es ein Anliegen, immer wieder gemeinsame Highlights zu organisieren und das Miteinander im Club zu stärken.

dumeng clavuot

Hast Du ein persönliches Highlight aus all den Jahren?

Da gibt es natürlich viele. Ein ganz besonderer Höhepunkt war für mich jedoch, das 125-Jahr-Jubiläum des Clubs als Präsident begleiten zu dürfen. Über das ganze Jahr hinweg organisierten wir verschiedene Anlässe und Turniere. Besonders gefreut hat mich auch, dass wir das 1.-August-Turnier in diesem Jahr erstmals wieder im Originalformat als Mixed Foursome austragen konnten.

Das Turnier vom 1. August heisst inzwischen «The President’s Mixed Foursome Early Bird». Du sponserst den Event persönlich …

Das 1.-August-Turnier hatte für mich schon als Caddie eine besondere Bedeutung. Aus irgendeinem Grund war es immer ein Traum von mir, dieses Turnier einmal selbst zu organisieren – und zwar so wie bereits im Gründungsjahr 1893: als Mixed Foursome. Zudem wollte ich es als Early Bird mit einem Start um 7 Uhr durchführen. So ist der Platz ab Mittag wieder für alle offen, und es bleibt genügend Zeit für die Nationalfeier am Abend.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass das 1.-August-Turnier gleichzeitig Dein persönliches Saison-Highlight ist?

Ja, eines davon auf jeden Fall. Aber auch unsere Clubanlässe sind mir sehr wichtig – von der Generalversammlung über den Clubmatch mit dem beliebten Clubabend bis hin zum sportlichen Höhepunkt der Saison, unserer Maestraunza (Clubmeisterschaft).

Die GV ist ein gutes Stichwort. Der Vorstand wurde dieses Jahr neu aufgestellt. Wie seid Ihr organisiert?

Neu besteht der Vorstand aus fünf Mitgliedern, nachdem zwei ausgeschieden sind. Caroline Rosenberger bleibt weiterhin Vizepräsidentin und ist verantwortlich für das Mitgliederwesen und Events. Daniel Moser betreut nach wie vor die Finanzen, und Flurina Maier kümmert sich um das Marketing. Nadja Heuberger ist neu Captain; zuvor war sie Vize-Captain.

Wir sind ein sehr gutes Team. Die Aufgaben sind zwar klar verteilt, aber wir arbeiten eng zusammen – und niemand ist sich für etwas zu schade.

 

Als Präsident bist Du auch eine Art Aushängeschild für den Club. Wie wichtig ist Dir diese Rolle und was für Werte vertrittst Du dabei?

Mir ist wichtig und es gefällt mir, auf dem Platz und auch im Restaurant präsent zu sein und den Kontakt zu den Mitgliedern zu pflegen. Hierbei hilft es sicher, dass ich Menschen mag. Ich arbeite ja im Verkauf – da gehört es ebenfalls dazu, offen auf Menschen zuzugehen, neugierig zu bleiben und zuzuhören. Genau diese Haltung versuche ich auch im Club zu leben.

Unser Direktor unterstützt mich dabei und stellt mir immer wieder neue Mitglieder vor. So ergeben sich viele Gespräche und Begegnungen. Mir ist wichtig, dass wir ein offener Club bleiben und sich alle willkommen fühlen – egal ob langjährige Mitglieder, Neuzugänge oder Gäste. Ein Club lebt letztlich von der Gemeinschaft und einem respektvollen Miteinander.

Das klingt nach vielen neuen Mitgliedern. Viele andere Clubs kämpfen derzeit eher mit schwindenden Mitgliederzahlen …

Das stimmt tatsächlich. Wir freuen uns seit einigen Jahren über eine sehr positive Mitgliederentwicklung: Im Schnitt gewinnen wir rund 80 Neumitglieder:innen pro Jahr. Das ermöglicht es uns, die Spielgebühren seit Jahren stabil zu halten und auf Preiserhöhungen zu verzichten.

Was ist das Rezept für diese gute Entwicklung?

Unser Club ist trotz seiner Grösse bodenständig geblieben und lebt stark vom Austausch mit Gästen. Auch unsere Pros spielen eine wichtige Rolle als «Mitglieder-Generatoren». Sie tun das aber nur, weil sie wirklich hinter ihrem Club stehen können. Und ich glaube, dass viele Menschen eine besondere Verbindung zum Engadin spüren und haben hier eine Zweitwohnung besitzen oder kehren sonst immer wieder gerne zurück. Für einen grossen Teil unserer Mitglieder sind wir deshalb der Zweitclub.

Zum Schluss: Worauf freust Du Dich in der kommenden Saison besonders?

Am meisten freue ich mich schöne Golfrunden und spannende Begegnungen :).

"Ich habe Menschen gern"